Wenn der Tod in die Schule kommt - Krisenseelsorge im Schulbereich
"Auf dem Weg zur Schule verunglückt der neunjährige Thomas tödlich. Nicht nur die Eltern, sondern die gesamte Grundschule ist tief von diesem unbeschreiblichen Unglück betroffen." So oder ähnlich lauten immer wieder die Schlagzeilen in den Medien. Wie kann diesen Menschen beigestanden werden? Wie können alle Betroffenen, ob Eltern, Schüler und Lehrer von der erfahrenen Ohnmacht wieder gut in ihren Alltag zurück finden?
Diese Frage beschäftigte 15 Religionslehrer und -lehrerinnen, die auf Einladung des Katholischen Schulkommissariates in Bayern an dem Pilotprojekt "Krisenseelsorge im Schulbereich" teilgenommen haben. Die aus den sieben bayerischen Diözesen stammenden Frauen und Männer wurden in einer zweiwöchigen Ausbildung für die Krisenseelsorge im Schulbereich qualifiziert. Sie werden zukünftig in enger Zusammenarbeit mit den Notfallseelsorgern für die Krisenseelsorge im Schulbereich zur Verfügung stehen.
"Die Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge und der Schulpastoral machte diese so notwendige Schulung möglich. Damit kann in unseren Bistümern noch besser für Menschen, in deren Leben der Tod plötzlich und unvermittelt eintritt, gesorgt werden", betonte die Leiterin des Kurses, Dr. Gabriele Rüttiger, Fachbereichsleiterin für Schulpastoral in der Erzdiözese München und Freising. Mit ihrem Kollegen Dieter Schwibach, dem Sprecher der Notfallseelsorge in den bayerischen Bistümern, und anderen Fachleuten, leitete sie die 15 Frauen und Männer Schritt für Schritt durch die Themen wie Psychotraumatologie, Trauerarbeit, Psychohygiene und Strukturentwicklung.
Am Ende der zweiwöchigen Ausbildung wurde den Religionslehrerinnen und -lehrern, die aus allen Schularten kommen, in einer Feierstunde im Freisinger Kardinal Döpfner Haus vom Leiter des Katholischen Schulkommissariates, Herrn Prälat Erich Pfanzelt, das Zertifikat zur Mitarbeit in der Krisenseelsorge überreicht. Ministerialrat Michael Weidenhiller überbrachte Grüße der Staatsministerin Monika Hohlmeier. Er betonte die Wichtigkeit der Krisenseelsorge: "Die kirchliche Kompetenz und Erfahrung mit dem Thema Tod und Trauer kann für unsere Schulen nur gewinnbringend sein."
München, November 2004
Dr. Gabriele Rüttiger, Fachbereichsleiterin Schulpastoral im Erzbistum München und Freising, Projektleiterin
Dieter Schwibach, diözesaner Beauftragter der Notfallseelsorge in Passau, Sprecher der bayerischen Notfallseelsorger/innen